Kurz gesagt. Die besten quelloffenen GitHub-Alternativen 2026 sind Gitea und der Community-Fork Forgejo für schlankes Self-Hosting sowie GitLab Community Edition als vollständige DevOps-Plattform. Gogs deckt maximalen Minimalismus ab, OneDev bringt CI/CD samt Code Intelligence mit, Codeberg bietet Non-Profit-Hosting ohne eigenen Server und SourceHut passt zu einem E-Mail-basierten Unix-Workflow. Die schlanken Forges laufen mit einigen hundert MB RAM, GitLab CE braucht mindestens 4 GB.
Sieben Plattformen, sieben unterschiedliche Zielgruppen. Welche zu dir passt, entscheidet sich an drei Fragen: Wie viel RAM hast du übrig, brauchst du CI/CD im Paket, und willst du überhaupt einen Server betreiben. So triffst du die Wahl.
Warum eine GitHub-Alternative selbst hosten?
GitHub ist bequem. Ein eigener Git-Server bringt dir allerdings Dinge, die ein gehosteter Dienst nicht bieten kann:
- Kontrolle über Code und Daten: Deine Repositories liegen auf Infrastruktur, über die du entscheidest, nicht auf der eines Dritten.
- Keine Preise pro Sitzplatz: Leg so viele Nutzer an, wie dein Server verkraftet, ohne steigende Monatsrechnung.
- Speicherort der Daten: Halte Quellcode in einer bestimmten Rechtsordnung, etwa in der EU, um Compliance-Anforderungen zu erfüllen.
- Kein Vendor Lock-in: Quelloffene Plattformen lassen dich migrieren, anpassen und zu deinen Bedingungen wieder gehen.
- Widerstandsfähigkeit: Dein Team steht nicht still, wenn die Plattform eines Anbieters ausfällt.
Fünf Kriterien für die Auswahl
Jede Plattform steht hier auf dem Prüfstand der Dimensionen, die eine Self-Hosting-Entscheidung tatsächlich bestimmen: Ressourcenbedarf (wie viel RAM und CPU nötig sind), Funktionsumfang (Issues, Pull Requests, Pakete), CI/CD an Bord, Lizenz und Governance sowie laufende Wartungsaktivität. Es geht nicht darum, einen Sieger auszurufen, sondern jedes Werkzeug dem Team und der Hardware zuzuordnen, zu denen es am besten passt.
Vergleichstabelle: GitHub-Alternativen auf einen Blick
| Plattform | Am besten für | CI/CD an Bord | Typischer RAM-Bedarf | Lizenz / Modell |
| Gitea | schlankes Self-Hosting | Gitea Actions | niedrig (einige hundert MB) | quelloffen (MIT), Firma dahinter |
| Forgejo | Community-Governance | Forgejo Actions | niedrig (einige hundert MB) | quelloffen (GPL-3.0), Non-Profit |
| GitLab CE | vollständiges DevOps in einer Plattform | nativ, ausgereift | hoch (4 GB und mehr) | Open Core (CE quelloffen) |
| Gogs | minimaler Footprint | keins (externe CI nötig) | sehr niedrig | quelloffen (MIT) |
| OneDev | CI/CD plus Code Intelligence | nativ, visueller Editor | mittel | quelloffen |
| Codeberg | gehostet, kein eigener Server | Woodpecker / Forgejo Actions | entfällt (gehostet) | Non-Profit, spendenfinanziert |
| SourceHut | E-Mail-basierter, minimalistischer Workflow | CI an Bord | niedrig | quelloffen, unabhängig |
1. Gitea: die beste schlanke Self-Hosting-Option
Gitea ist ein schneller, in Go geschriebener Git-Dienst, der als einzelne Binary ausgeliefert wird und auf sehr bescheidener Hardware läuft. Die Grundlagen sitzen: Repositories, Issues, Pull Requests, ein Wiki, eine eingebaute Package Registry und Gitea Actions für CI/CD, weitgehend kompatibel mit dem Format von GitHub Actions. Für die meisten kleinen Teams und Homelabs ist Gitea die sichere Standardwahl, mit wenig Wartungsaufwand, kleinem Footprint und breiter Verbreitung. Die Einrichtung dauert nur wenige Minuten. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du in der verlinkten Gitea-Docker-Anleitung, das Absichern beschreibt der Hardening-Leitfaden.
2. GitLab CE: die beste vollständige DevOps-Plattform
GitLab Community Edition ist die selbst verwaltete, quelloffene Edition von GitLab und spielt in einer anderen Kategorie: eine vollständige DevOps-Plattform mit nativem CI/CD, Container- und Package Registry, Security Scanning und Projektplanung in einer Anwendung. Diese Breite hat ihren Preis. Realistisch will GitLab CE mindestens 4 GB RAM, und mehr, sobald Pipelines aktiv laufen. Nimm es, wenn du alles integriert haben willst und einen größeren Server dafür betreiben kannst.
3. Forgejo: der beste Community-getragene Fork
Forgejo ist der von der Community betriebene Fork von Gitea, getragen vom gemeinnützigen Codeberg e.V. und veröffentlicht unter der GPL-3.0-Lizenz. Das Projekt startete Ende 2022 aus Sorge um die Governance und wurde Anfang 2024 zum Hard Fork, seither frei in der eigenen Richtung. Auffällig sind der Vorstoß in Richtung Föderation über ActivityPub und ein eigener Actions-Runner. Funktional liegt Forgejo sehr nah an Gitea und taugt als direkter Ersatz. Der Grund, es zu wählen, sind also die Werte: Kontrolle durch die Community und eine FOSS-first-Ausrichtung. Für viele neue selbst gehostete Deployments ist Forgejo 2026 eine starke Standardwahl.
4. Gogs: der kleinste Footprint
Gogs ist der ursprüngliche schlanke Git-Dienst in Go, von dem Gitea 2016 abgezweigt wurde. Es ist bewusst minimal gehalten, mit Repositories, Issues, Pull Requests, einem Wiki und Webhooks, und läuft auf winziger Hardware bis hin zu Single-Board-Computern. Die Abstriche: kein CI/CD an Bord (dafür ergänzt du ein externes Werkzeug wie Woodpecker oder Drone), kein OAuth-Provider und eine langsamere Entwicklung, die im Wesentlichen an einem Maintainer hängt. Gepflegt wird es weiterhin, und für den kleinsten, einfachsten Server, der möglich ist, bleibt es eine gute Wahl.
5. OneDev: das beste CI/CD an Bord für kleine Teams
OneDev ist ein selbst gehosteter, in Java geschriebener Git-Server, der CI/CD und Issue-Tracking mitbringt und aus einem einzigen Docker-Paket läuft. Das Besondere ist die eingebaute Code Intelligence: Symbolsuche und Code-Navigation über Repositories hinweg, näher an einer webbasierten IDE als an einer typischen Forge. Dazu kommt ein visueller Editor für CI/CD-Pipelines, sodass du kein separates CI-Werkzeug brauchst. Für kleine Teams, die integrierte Pipelines ohne das volle Gewicht von GitLab wollen, ist OneDev ein starker Mittelweg.
6. Codeberg: die beste gehostete Non-Profit-Option
Codeberg ist die Ausnahme in dieser Liste, denn es ist eine gehostete Plattform und nichts, was du selbst hostest. Betrieben von einem deutschen gemeinnützigen Verein und aufgebaut auf Forgejo, finanziert über Spenden und in der EU beheimatet, mit klarer Haltung zum Datenschutz und Extras wie Codeberg Pages für statische Seiten und Woodpecker für CI. Es ist die richtige Wahl, wenn du eine GitHub-Alternative im Sinne quelloffener Werte willst, aber keinen eigenen Server betreiben möchtest. Bewährt hat sich Codeberg genug, dass etablierte Projekte dorthin umgezogen sind.
7. SourceHut: die beste minimalistische Option mit E-Mail-Workflow
SourceHut geht einen radikal anderen, Unix-artigen Weg: eine Sammlung kombinierbarer Werkzeuge für Git-Hosting, CI, Issue-Tracking und Mailinglisten, mit einem Code-Review-Workflow über E-Mail, ohne Tracking und mit fast keinem JavaScript. Dieses Patch-Modell per E-Mail spiegelt die Arbeitsweise von Projekten wie dem Linux-Kernel. Wer es mag, arbeitet damit hochproduktiv, für alle anderen ist es eine Lernkurve. SourceHut ist eine Nische, aber eine legitime Wahl für Maintainer, denen Einfachheit, Geschwindigkeit und Unabhängigkeit mehr wert sind als eine grafische Pull-Request-Oberfläche.
Welche GitHub-Alternative solltest du wählen?
Schlankes Self-Hosting für ein kleines Team: nimm Gitea. Community-Governance und FOSS-first-Ausrichtung: nimm Forgejo. Eine vollständig integrierte DevOps-Plattform: nimm GitLab CE. Der absolut kleinste Footprint: nimm Gogs. CI/CD an Bord plus Code Intelligence: nimm OneDev. Eine GitHub-Alternative, ohne einen Server zu betreiben: nimm Codeberg. Ein E-Mail-basierter, minimalistischer Workflow: nimm SourceHut. Für die meisten Selbsthoster lautet die realistische Shortlist Gitea oder Forgejo, dazu GitLab CE, wenn du die komplette DevOps-Suite brauchst.
So hostest du deine Wahl auf einem VPS
Die meisten dieser Plattformen laufen gut auf einem Virtual Private Server. Die schlanken Kandidaten Gitea, Forgejo und Gogs fühlen sich auf einer kleinen, günstigen Instanz wohl, während GitLab CE eine größere Maschine braucht, um seine Speicheranforderungen zu erfüllen. Ein VPS gibt dir Root-Zugang für die Installation jeder dieser Plattformen, volle Kontrolle über deine Daten und die Möglichkeit, die Daten in der EU zu halten. Bei Contabo bietet die Core VPS Reihe viel RAM pro Euro für die schlanken Forges, und für GitLab stehen Tarife mit mehr RAM bereit. Ein konkreter Einstieg mit allen Schritten steht in der verlinkten Gitea-Docker-Anleitung.
FAQ: quelloffene GitHub-Alternativen
Für die meisten Teams Gitea oder der Community-Fork Forgejo. Beide sind schlank, selbst hostbar und decken Repositories, Issues, Pull Requests und CI/CD ab. Wenn du stattdessen eine vollständig integrierte DevOps-Plattform willst, ist GitLab Community Edition die beste quelloffene Wahl, um den Preis eines größeren Servers.
Ja, sogar mehrere. Gitea, Forgejo, Gogs, OneDev und GitLab Community Edition sind alle kostenlos und quelloffen, und du kannst sie ohne Lizenzkosten auf deinem eigenen Server betreiben. Der Hauptkostenpunkt ist die Hardware oder der VPS, auf dem sie laufen, und der darf bei den schlanken Optionen sehr bescheiden ausfallen.
Host Gitea selbst, wenn du einen schlanken Git-Server für ein kleines Team auf bescheidener Hardware willst. Host GitLab CE selbst, wenn du eine integrierte DevOps-Plattform mit ausgereiftem CI/CD, Registries und Security Scanning brauchst und mindestens 4 GB RAM bereitstellen kannst. Gitea ist leichter, GitLab kann mehr.
Forgejo ist ein von der Community getragener Fork von Gitea, betrieben vom gemeinnützigen Codeberg e.V. und lizenziert unter GPL-3.0, während Gitea unter MIT-Lizenz steht und von einem Unternehmen getragen wird. Bei Funktionen und Oberfläche bleiben beide hochgradig kompatibel. Der wesentliche Unterschied liegt in der Governance, also darin, wer über die Richtung des Projekts entscheidet.
Das hängt von der Plattform ab. Schlanke Forges wie Gitea, Forgejo und Gogs laufen mit nur wenigen hundert Megabyte RAM, ein kleiner VPS reicht also völlig. GitLab Community Edition ist deutlich schwerer und braucht realistisch mindestens 4 GB, bei aktivem CI/CD mehr.