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Dateien unter Linux finden

Wie das Linux-Dateisystem aufgebaut ist Alles beginnt beim Wurzelverzeichnis, geschrieben als /. Darunter verzweigen sich die Ordner wie ein Baum. Diese Verzeichnisse triffst du am häufigsten: /home: Benutzerdateien und Home-Verzeichnisse /etc: Konfigurationsdateien des Systems /var: Logs und veränderliche Anwendungsdaten /tmp: temporäre Dateien /bin und /sbin:…

3 Min. Lesezeit
How to find Files in Linux

Wie das Linux-Dateisystem aufgebaut ist

Alles beginnt beim Wurzelverzeichnis, geschrieben als /. Darunter verzweigen sich die Ordner wie ein Baum. Diese Verzeichnisse triffst du am häufigsten:

  • /home: Benutzerdateien und Home-Verzeichnisse
  • /etc: Konfigurationsdateien des Systems
  • /var: Logs und veränderliche Anwendungsdaten
  • /tmp: temporäre Dateien
  • /bin und /sbin: zentrale Systemwerkzeuge und Binaries

Wenn du weißt, wo etwas üblicherweise liegt, kannst du die Suche eingrenzen. Überleg dir vor jedem Befehl, in welchem Verzeichnis die Datei wahrscheinlich steckt. Das spart Laufzeit und liefert eine Ausgabe, die du noch lesen kannst.

Dateien mit find suchen

find ist das mächtigste Werkzeug dafür. Du kannst ganze Dateisysteme oder einzelne Ordner durchsuchen. Für eine Datei namens backup.sh auf dem gesamten System:

find / -name "backup.sh"

Der Befehl startet bei /, geht alle Unterverzeichnisse durch und gibt für jeden Treffer den vollständigen Pfad aus. Willst du nur dein eigenes Home-Verzeichnis durchsuchen, kürze den Pfad ab. ~ steht für das Home-Verzeichnis des aktuellen Benutzers:

find ~/ -name "backup.sh"

Diese Suche läuft deutlich schneller und lässt die Systemverzeichnisse außen vor.

Groß- und Kleinschreibung ignorieren mit -iname

Manchmal weißt du die genaue Schreibweise nicht mehr. Dann nimm -iname statt -name:

find /etc -iname "config.cfg"

Das findet config.cfg, Config.cfg und CONFIG.CFG. Beachte aber: -iname ignoriert nur die Schreibweise, nicht Teile des Namens. Wenn du nur einen Namensteil kennst, brauchst du Platzhalter:

find /etc -iname "*config*"

Große Dateien finden

Wenn der Speicherplatz knapp wird, sind die großen Dateien der erste Anlaufpunkt. Für alles über 100 MB:

find / -type f -size +100M 2>/dev/null

-type f beschränkt die Suche auf reguläre Dateien, +100M auf eine Größe über 100 Megabyte. Das 2>/dev/null am Ende unterdrückt die Meldungen „Permission denied”, die ohne Root-Rechte für Systemordner auflaufen. Mit sudo davor bekommst du das vollständige Bild.

Verzeichnisse statt Dateien suchen

Manchmal suchst du keinen einzelnen Treffer, sondern einen Ordner, etwa die Log-Verzeichnisse unter /var:

find /var -type d

Das listet alle Verzeichnisse unter /var auf und hilft dir dabei, verschachtelte Ordnerstrukturen zu überblicken.

Treffer mit -delete löschen

find kann Treffer direkt löschen. Diese Option verdient Respekt, denn es gibt keine Rückfrage und keinen Papierkorb. Um alle .log-Dateien in /tmp zu entfernen:

find /tmp -type f -name "*.log" -delete

Führe den Befehl vorher immer ohne -delete aus und sieh dir die Liste an. Erst wenn genau die Dateien dastehen, die weg sollen, hängst du die Option an. Prüfe dabei auch den Pfad, denn ein Tippfehler im Startverzeichnis erweitert die Suche schnell auf das halbe System.

Ordnerinhalte mit ls -lah ansehen

Für einen Blick in ein einzelnes Verzeichnis brauchst du keine Suche. ls mit drei Optionen reicht:

ls -lah

Die Ausgabe zeigt Größen, Rechte und Eigentümer sowie versteckte Dateien, die mit einem Punkt beginnen. Damit hast du den aktuellen Ordner in einer Zeile pro Eintrag komplett erfasst.

Video zum Thema

Wenn du die Befehle lieber im Einsatz siehst: das passende Video zeigt sie Schritt für Schritt auf einem laufenden Linux-System.

Womit du weitermachst

Nimm dir als nächstes die Zeitfilter vor. -mtime -7 findet alles, was in den letzten sieben Tagen geändert wurde, und ist bei der Fehlersuche oft schneller am Ziel als eine Namenssuche. Wer nach Inhalten statt nach Dateinamen sucht, kombiniert find mit grep.

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