
OpenClaw (früher Clawdbot/Moltbot) ist ein Open‑Source‑KI‑Agent, der auf deiner eigenen Hardware läuft und sich mit Messenger‑Apps wie WhatsApp, Telegram und Discord verbindet. Dieser selbst gehostete Agent liest deine echten Dateien, verwaltet deinen Kalender, überwacht GitHub‑Repos und führt Kommandos auf deinem System aus – er ist also mehr als ein Chatbot, weil er wirklich Aktionen ausführt und nicht nur mit dir plaudert.
Das Projekt hat in nur acht Wochen nach dem Launch über 100.000 GitHub‑Stars eingesammelt. Developer wollten etwas, das klassische Cloud‑Assistenten kaum bieten: ein Open‑Source‑System mit uneingeschränktem Zugriff auf die lokale Infrastruktur und vollständiger Datenhoheit. Du bringst deinen eigenen LLM‑API‑Key (Claude, GPT‑4 oder lokale Modelle) mit, installierst OpenClaw einmal und bekommst einen Agenten, der sich Kontext merkt und echte Arbeit automatisiert.
OpenClaw: Definition und Kernfunktionen
Die Definition eines KI‑Agenten lässt sich auf eine Frage runterbrechen: redet er nur oder führt er auch aus? OpenClaw bucht Termine, räumt dein Postfach auf, stößt Deployments an und verwaltet Dateien per Chat. Du schreibst „check mich für den Flug morgen ein“ – und es passiert einfach.
Als Open-Source-AI-Agent liegt der komplette Code auf GitHub, wo jede Person ihn einsehen kann. Du kannst jede Zeile auf Sicherheitsprobleme prüfen, das Verhalten ohne Freigabe ändern und eigene Integrationen für interne Tools deiner Firma bauen. Proprietäre KI-Services halten ihren Code komplett unter Verschluss.
Lokale Ausführung bedeutet: Der Agent läuft auf deiner Maschine oder deinem VPS und eben nicht auf Amazons Servern oder in OpenAIs Cloud. Deine E-Mails, Kalendereinträge und Ordnerstrukturen bleiben bei dir, außer du sagst dem Agenten ausdrücklich, dass etwas nach außen geschickt werden soll. In Bereichen wie dem Gesundheitswesen, Legal oder Finance, wo Kundendaten nicht auf Dritt-Systeme dürfen, ist das keine Option, sondern Pflicht.
OpenClaw speichert alles als Markdown-Dateien in normalen Ordnern. Konfiguration, Memory und Verlauf der Interaktionen liegen als Plain-Text vor, den du mit jedem Editor öffnen kannst. Es gibt keine proprietären Datenbanken oder obskuren verschlüsselten Blobs. Willst du wissen, was der AI Agent sich zu deinem GitHub-Workflow von vor drei Wochen gemerkt hat? Dann öffne einfach die passende Datei. Durch Multi-Model-Support kannst du zum Beispiel Claude für komplexes Reasoning nutzen, GPT-4 für Geschwindigkeit und lokale Llama-Modelle für besonders sensible Aufgaben.
OpenClaw vs. n8n Workflow-Automation
Der n8n-Ansatz arbeitet mit visuellen Flowcharts: Du ziehst Kästchen auf die Fläche, verbindest Pfeile und definierst Trigger wie „wenn X passiert, mach Y, dann Z“. Das ist sehr präzise, weil du jeden Schritt explizit vorgibst. Überraschungen gibt es kaum, dafür aber spürbaren Initialaufwand. In typischen n8n-Setups steckt die KI als einzelner Node in größeren Automationen, zum Beispiel für Textgenerierung, während der Rest festen Regeln folgt.
OpenClaw nimmt deine Anforderungen in normaler Sprache statt Code entgegen und entwickelt die nötige AI-Automatisierung selbst. Du schreibst: „Überwache GitHub-Issues mit dem Tag urgent und poste montags morgens eine Zusammenfassung in Slack“ und OpenClaw baut die Pipeline, testet sie und führt sie aus. Du hast nichts gezeichnet, nur das gewünschte Ergebnis beschrieben.
Damit bedienen beide Tools unterschiedliche Bedürfnisse. n8n ist stark, wenn du maximale Kontrolle und Wiederholbarkeit willst. OpenClaw glänzt bei Ad-hoc-Aufgaben und Szenarien, in denen der Kontext über Tage oder Wochen wichtig ist. Viele Teams nutzen beides: n8n für streng deterministische, geplante Automationen und OpenClaw für Fragen wie „Kannst du das noch mal checken, worüber wir gestern gesprochen haben?“. Hier spielt OpenClaws dauerhafte Memory eine große Rolle, weil n8n-Workflows von Haus aus stateless sind, solange du nicht bewusst Storage einbaust.
OpenClaw vs. ChatGPT und andere LLM-Assistenten
Der Vergleich ChatGPT vs. Self-Hosted dreht sich weniger um „Wer schreibt schönere Sätze?“ als darum, was das System überhaupt darf und sieht. ChatGPT läuft auf OpenAIs Servern: Jede Nachricht wandert dorthin, wird verarbeitet und kommt als Antwort zurück. Das System kann weder deine lokalen Dateien lesen noch Kommandos ausführen oder interne APIs ansprechen, ohne dass du extra eine Schicht drumherum baust.
OpenClaw läuft auf Hardware, die du kontrollierst. Der KI-Agent liest echte Dateien aus deinem Dateisystem, führt Shell-Kommandos aus und spricht mit Services auf localhost. Du kannst sogar ChatGPTs API als reinen Sprachbaustein nutzen, während OpenClaw das Orchestrieren und Ausführen der Aktionen lokal übernimmt. Beim LLM-Vergleich geht es hier weniger um Antwortqualität, sondern darum, auf welche Ressourcen das System wirklich zugreifen kann.
Die Privatsphäre-Unterschiede merkst du im Alltag. Bittest du ChatGPT darum, eine Mail anhand deines Postfachs zu schreiben, musst du Inhalte reinkopieren, die Antwort entgegennehmen und wieder zurück kopieren – alles, was du einfügst, landet bei OpenAI. Fragst du OpenClaw, liest der AI-Agent dein Postfach direkt, lernt deinen Schreibstil aus alten Mails und verschickt die Nachricht selbst. Deine Inhalte verlassen deinen Server nicht.
Bei gehosteten Services stößt du bei der Anpassbarkeit schnell an Grenzen. ChatGPT verhält sich so, wie OpenAI es gerade konfiguriert hat. Du kannst das Reasoning nicht patchen oder neue Tools jenseits der offiziellen API anbinden. OpenClaw ist Open Source: Du kannst Entscheidungslogik ändern, proprietäre Systeme integrieren und steuern, wie Memory funktioniert. Die eigentliche Abwägung läuft auf „Einrichtungsaufwand vs. langfristige Fähigkeiten“ hinaus.
Wie OpenClaw funktioniert
Unter der Haube folgt OpenClaw einem klaren, wiederholbaren Ablauf. Der KI-Agent läuft in einer Schleife: Nachricht kommt rein, Intention wird erkannt, relevanter Kontext wird geladen, passende Tools werden ausgewählt, Aktionen ausgeführt, Antwort zurückgeschickt. Dieser Zyklus läuft auf deiner Infrastruktur; der LLM-Provider kümmert sich um Sprachverständnis, dein System um die Umsetzung.
Die Interaktion passiert über Messenger statt über ein klassisches Web-Interface. Du schreibst, als würdest du einem Kollegen eine Nachricht schicken, und die Automatisierungsschicht übersetzt deine natürliche Sprache in ausführbare Kommandos. Die Konfiguration liegt als Markdown in klar dokumentierten Ordnerstrukturen.
Message Input und Intent Detection
OpenClaw hängt sich per API an verschiedene Messenger. Die Telegram-Bot-Integration ist wahrscheinlich die häufigste Variante: Du schickst Befehle von deinem Handy, während der AI-Agent auf einem Server läuft. WhatsApp-Bots funktionieren ähnlich – entweder über die Business-API oder Community-Bridges.
Jede einkommende Nachricht läuft durch die Intent-Erkennung. Der Agent versucht zu verstehen, ob du eine Frage stellst, eine Aktion auslösen willst oder nur Informationen für später lieferst. Dieses KI-gestützte Chatbot-Verhalten geht deutlich über simple Keyword-Matches hinaus, weil der Agent das angebundene LLM nutzt, um Kontext zu verstehen – „check meinen Kalender“ aktiviert völlig andere Tools als „check meine E-Mails“, obwohl die Formulierung ähnlich ist. Discord-, Slack-, Signal- und iMessage-Integrationen funktionieren nach dem gleichen Muster.
Kontextabruf und Memory-Nutzung
Das KI-Gedächtnis von OpenClaw bleibt erhalten, bis du es bewusst löschst. Beziehst du dich auf „das GitHub-Issue von letzter Woche“, durchsucht der Agent den gespeicherten Verlauf, um herauszufinden, was du meinst. Diese Art von Conversational-AI sorgt dafür, dass du nicht jedes Mal den kompletten Hintergrund neu erklären musst.
Die Memory-Schicht nutzt strukturierte Markdown-Dateien mit Timestamps und Metadaten. Kontext-sensitive Lookups laufen über semantische Suche, sodass der Agent relevante vergangene Gespräche auch dann findet, wenn du dich ganz anders ausdrückst. Infos, die du im Chat erwähnst, wandern automatisch in andere integrierte Tools, etwa wenn der Agent später in deinem Code-Editor arbeitet. Der Speicher wächst mit der Nutzung – typische Setups liegen bei ungefähr 100–500 MB für mehrere Monate Gesprächsverlauf.
Toolauswahl und Task-Planung
Wenn du eine Anweisung gibst, bewertet der Agent seine verfügbaren „Skills“ und entscheidet, welche er nutzen muss. Diese KI-Task-Automatisierung passiert über die „Lobster“-Workflow-Shell von OpenClaw, die mehrere Fähigkeiten zu Pipelines kombiniert. Der Task-Manager-Teil zerlegt komplexe Anforderungen in Teilaufgaben – ähnlich wie eine Projektplanung über mehrere Tage.
Sagst du „Überwache mein GitHub-Repo auf neue Issues und schick mir Zusammenfassungen“, durchsucht der Agent seine Skill-Library, findet die GitHub-Integration, installiert sie bei Bedarf automatisch, konfiguriert die API-Zugänge mit gespeicherten Credentials, richtet das Monitoring ein und legt los. Alles aus einer einzigen Nachricht. Das AI-Workflow-System ist modular, du kannst also Skills verketten: „Zieh jeden Montag um 9 Uhr GitHub-Issues mit dem Label urgent, erstelle eine Notion-Seite mit einer Zusammenfassung und poste den Link in #dev-team auf Slack.“
Lokale Ausführung auf deiner Infrastruktur
Alles läuft auf Hardware, die du kontrollierst – Mac mini, Linux-Server, Windows-Desktop oder VPS. Durch das Self-Hosted-Modell kann der Agent lokale Dateien lesen, Shell-Kommandos ausführen und mit Anwendungen im gleichen Netzwerk sprechen.
Für 24/7-Betrieb ist ein VPS ein gängiger Weg. Ein Server mit 2 CPU-Cores, 4 GB RAM und 20 GB Speicher reicht für viele Use Cases aus. Wenn du lokale KI-Modelle statt externer APIs nutzt, solltest du mehr Ressourcen einplanen, da die Inferenz dann deutlich mehr Rechenleistung frisst.
Welche Ressourcen du genau brauchst, hängt von deiner Konfiguration ab. Nutzt du externe APIs wie Claude oder GPT-4, bleiben die Hardware-Anforderungen eher gering, weil die schwere Sprachverarbeitung extern läuft. Lokale KI-Modelle auf derselben Maschine brauchen dagegen GPU-Leistung und mehr RAM, sparen dir aber die per-Token-API-Kosten.
Proaktive Antworten und Follow-ups
OpenClaw wartet nicht einfach ab, bis du etwas tippst. Du kannst den Agenten so konfigurieren, dass er Events überwacht und von sich aus reagiert, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Wenn deine CI/CD-Pipeline mitten in der Nacht fehlschlägt, bekommst du sofort eine Telegram-Nachricht mit Logs und Vorschlägen zur Behebung.
Diese proaktive Fähigkeit deckt auch geplante Aufgaben ab. Sag etwa: „Erinnere mich jeden Freitag Nachmittag daran, offene Pull Requests zu reviewen“, und OpenClaw checkt GitHub, analysiert die PRs und schickt dir eine Zusammenfassung – ganz ohne weiteren Prompt. Läuft der AI-Agent auf einem Server, arbeitet er dauerhaft im Hintergrund weiter, auch wenn du schläfst.
OpenClaw: Use Cases und Fähigkeiten
Viele Developer sehen OpenClaw als zentrale Oberfläche für ihre Dev-Tools. Du kannst GitHub-Repos überwachen, Deployments triggern, Code reviewen und Logs prüfen – alles über Telegram, statt Tabs im Browser zu jonglieren. Die KI-Task-Automatisierung übernimmt Routinechecks wie „Gibt es fehlgeschlagene Tests im letzten Commit?“ und liefert dir direkt eine Antwort mit den relevanten Log-Ausschnitten.
Als persönlicher Assistent nutzt OpenClaw deinen Kalender, deine E-Mails und deine Kommunikationskanäle. Flug-Check-ins laufen automatisch 24 Stunden vor Abflug. Meeting-Erinnerungen kommen inklusive Kontext aus früheren, thematisch passenden Gesprächen. Beim E-Mail-Triage sortiert der AI-Agent Mails in Kategorien – basierend auf Regeln, die du im Chat festlegst.
Im Dev-Alltag wird es spannend, wenn du OpenClaw an dein CI/CD-System ankoppelst. Der Agent überwacht Builds, liest Logs und stößt Aktionen direkt per Chat an. Statt Mails, die du viel später liest, bekommst du sofort Telegram-Nachrichten mit Kontext und klaren Optionen, sobald etwas bricht. Der Assistent sagt dir, welcher Dienst abgestürzt ist, zeigt dir plausible Ursachen auf Basis der letzten Commits und bietet an, den Service neu zu starten oder das Deployment zurückzudrehen.
Sicherheitsaspekte von OpenClaw
Durch Self-Hosting hast du die Sicherheit deines KI-Agenten direkt unter Kontrolle. Deine Daten laufen nicht über fremde Infrastruktur, abgesehen von den LLM-API-Calls für die Sprachverarbeitung. Das ist gerade dann wichtig, wenn du Compliance-Vorgaben hast, die externe KI-Dienste verbieten.
Gleichzeitig bringt ein AI-Agent mit System-Zugriff echte Risiken mit sich. OpenClaw kann Shell-Kommandos ausführen, Dateien lesen und mit gespeicherten Credentials API-Calls machen. Wird der Agent kompromittiert – etwa durch eine Schwachstelle in Abhängigkeiten, eine Fehlkonfiguration oder eine ungeschützte Management-Oberfläche – bekommt ein Angreifer dieselben Rechte, die du der KI eingeräumt hast.
Die üblichen Best Practices für KI-Security gelten hier ohne Abstriche. Lass den Agenten mit minimal nötigen Rechten laufen, niemals als root. Bewahre API-Keys in Umgebungsvariablen oder einem Secrets-Manager auf, nicht in Klartext-Configs. Beschränke mit Firewalls, auf welche Dienste der Agent im Netzwerk zugreifen darf. Open Source ist hier Chance und Risiko zugleich: Du kannst den Code selbst auditieren oder auf die Community bauen, aber Updates kommen von Maintainers und Contributors, nicht von einem Vendor mit dediziertem Security-Team.
Denk auch an die Sicherheit der Messaging-Integrationen. Wer Zugriff auf deinen WhatsApp- oder Telegram-Account bekommt, kann deinen KI-Agenten steuern. Aktiviere Zwei-Faktor-Authentifizierung und sei vorsichtig mit Gruppen, in denen mehrere Leute aus Versehen Aktionen auslösen könnten. Nutze den Sandbox-Modus für die Kommandoausführung – ohne Sandbox laufen Befehle mit weniger Einschränkungen. Behandle eingehende Prompts und externe Daten als potenziell schädlich und blockiere gefährliche Kommandos explizit: rekursive Deletes, erzwungene git-Pushes, beliebige Netzwerk-Calls und Ähnliches.
Auch die angebundenen LLM-Provider sind Teil deiner AI-Security-Strategie. Wenn OpenClaw eine Anfrage an Anthropic oder OpenAI schickt, laufen Prompt und Antwort über deren Infrastruktur. Wenn du wirklich hochsensible Daten bearbeiten willst, solltest du lokale KI-Modelle ausschließlich on-prem laufen lassen – damit vermeidest du externe API-Calls komplett, brauchst aber deutlich stärkere Hardware.
Für wen eignet sich OpenClaw?
Vor allem technisch versierte Nutzer:innen, denen Privatsphäre und Kontrolle wichtig sind, profitieren. Wenn du mit Linux klarkommst, APIs konfigurieren kannst und einen KI-Agenten suchst, der sich tief in deine bestehende Infrastruktur integriert, bietet dir OpenClaw Fähigkeiten, die Consumer-KI-Dienste so nicht liefern. Ob es „der beste“ Agent für dich ist, hängt von deinem technischen Level und deinen Anforderungen ab.
Developer bekommen schnell Mehrwert über GitHub-, CI/CD- und Workflow-Integrationen. Ein AI-Agent, der Repos überwacht, bei Build-Fehlern alertet und Deployments per Chat ausführt, nimmt viel mechanische Arbeit aus dem Alltag. Privacy-bewusste Nutzer, die aus Datenschutzgründen keine Cloud-KI nutzen dürfen, brauchen Self-Hosted-Alternativen. Praxen, Kanzleien und Finanzberater mit sensiblen Kundendaten können OpenClaw komplett auf lokaler Infrastruktur betreiben.
Cloud-Lösungen sind sinnvoller, wenn du null Wartung willst und sofort von allen Geräten aus zugreifen möchtest, ohne dir Gedanken über lokalen Systemzugriff zu machen. OpenClaw verlangt technisches Know-how bei Setup und Betrieb, regelmäßige Updates und passende Infrastruktur. Für nicht-technische Nutzer ist das Projekt Stand heute noch nichts – die Installation setzt CLI-Erfahrung, API-Key-Konfiguration und grundlegendes Troubleshooting voraus.
OpenClaw einrichten: So gehst du vor
Bevor du loslegst, check die Requirements: Du brauchst eine Linux-, macOS- oder Windows-Maschine mit mindestens 2 GB freiem RAM, API-Zugriff auf deinen bevorzugten LLM-Provider und Accounts bei den Messengern, die du anbinden willst. Außerdem solltest du die Kommandozeile bedienen können und wissen, wie man API-Credentials konfiguriert.
Es gibt grob zwei Deployment-Wege, je nach Bedarf. Lokale Installation gibt dir maximale Kontrolle und keine laufenden Hosting-Kosten, hängt aber davon ab, dass deine Hardware eingeschaltet bleibt. Ein VPS bietet dir einen Always-On-Agent mit monatlichen Server-Kosten und etwas mehr Aufwand beim Networking.
Selbst verwaltete lokale Installation
Du kannst OpenClaw auf deinem eigenen Rechner oder einem Raspberry Pi laufen lassen, um zu experimentieren und lokale KI-Workloads zu testen. Dieser Self-Hosted-Ansatz verursacht keine zusätzlichen Server-Kosten – du nutzt einfach Hardware, die du schon hast. Du klonst das GitHub-Repo, installierst Abhängigkeiten wie Python und einige Libraries und trägst deine LLM-API-Credentials in die Konfiguration ein.
Raspberry-Pi-Deployments funktionieren gut mit einem Pi 5. Die ARM-Architektur stemmt die Orchestrierung problemlos, weil die eigentliche Rechenlast in vielen Setups über externe LLM-APIs abgewickelt wird. Lokale Installation heißt aber auch: Die Uptime hängt direkt an deiner Maschine – machst du den Laptop aus, antwortet der Agent nicht mehr. Die Konfiguration liegt als Markdown in deinem Home-Verzeichnis. Dort kannst du Messenger-Credentials ergänzen, Skills aktivieren und einstellen, wie lange Memory vorgehalten werden soll.
VPS-Deployment für 24/7-Betrieb
Mit einem VPS läuft dein KI-Agent dauerhaft auf einem Server und reagiert auf Nachrichten, egal ob deine persönlichen Geräte online sind oder nicht. Das ist der Standardansatz für produktive Nutzung, zum Beispiel wenn Developer GitHub-Repos überwachen und auch nachts Alerts brauchen.
Wähle dafür einen VPS wie einen Cloud VPS 10 von Contabo mit 4 vCPU-Kernen, 8 GB RAM und 75 GB NVMe-Speicher als Ausgangspunkt. Wenn du Container magst, kannst du OpenClaw mit Docker deployen. Viele Nutzer gehen diesen Weg, weil Updates und Isolation gegenüber anderen Services einfacher werden. Bei Docker-Deployments ziehst du das neueste Image, startest die Container neu – und bist aktuell. Konfiguration und Memory landen in gemounteten Volumes, sodass dein AI-Agent seine Einstellungen und seinen Kontext bei Container-Recreates behält.
Deine KI, deine Regeln
OpenClaw steht für einen anderen Ansatz: Du kontrollierst Infrastruktur, Daten und Fähigkeiten, statt dich bei jemand anderem einzumieten. Mit Open Source und Self-Hosting bekommst du Dinge, die dir Cloud-Services kaum bieten können – uneingeschränkten Systemzugriff, echte Privatsphäre und Anpassbarkeit bis runter auf Source-Code-Ebene.
Dafür zahlst du mit Setup-Aufwand, laufender Wartung und Verantwortung für die Sicherheit. Für Developer und technische Teams, die KI-Automatisierung tief in bestehende Systeme integrieren wollen und gleichzeitig Datenhoheit brauchen, ist das aber ein fairer Trade-Off. Schnapp dir einen Test-VPS, verbinde den Agenten mit Telegram und nimm dir ein Wochenende Zeit, um auszuprobieren, was alles möglich wird, wenn dein KI-Agent wirklich deine Dateien anfassen und Kommandos lokal ausführen darf.